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Tipps & Tricks

Saubere, langlebige Pumpe – dank Gasballast

Der einfache Trick gegen Kondensat
Vakuumpumpe PC 3001 VARIO select und Vakuumpumpe MZ 2C NT vor einem grauen Hintergrund. Der integrierte Gasballast ist durch einen gelben Kreis hervorgehoben, um ihn besser zu visualisieren.

Klein, aber oho: Der Gasballast ist ein cleveres Werkzeug vieler Vakuumpumpen zur Vermeidung von Kondensat.

Kennen Sie den kleinen Helfer, der in Ihrer Membran- oder Drehschieberpumpe steckt? Der Gasballast – oft übersehen, aber unverzichtbar. Richtig eingesetzt verhindert er Kondensation, schützt die Pumpe und verlängert deren Lebensdauer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ihn im Alltag gezielt nutzen – für weniger Wartung und zuverlässige Prozesse.

Der Gasballast ist ein kleines, aber mächtiges Feature vieler Vakuumpumpen – von Drehschieberpumpen über Membranpumpen bis hin zu HYBRID-Pumpen. Und doch wissen viele Nutzer gar nicht, wie entscheidend er im Laboralltag sein kann.

Dr. Florian Heinrich, Chemiker und Produktmanager bei VACUUBRAND

Wozu braucht man einen Gasballast?

Besonders dann, wenn Sie große Dampfmengen fördern oder feuchte Substanzen trocknen, macht der Gasballast den entscheidenden Unterschied. Er kann dafür sorgen, dass Ihre Pumpe effizienter und langlebiger arbeitet. 

Anwendungen, die besonders vom Gasballast profitieren: 

  • Rotationsverdampfung
  • Destillation
  • Trocknung

Was passiert ohne Gasballast?

Viele Anwendungen fördern größere Mengen an Dämpfen oder Feuchtigkeit in Richtung der Vakuumpumpe. Ohne Schutzmaßnahme kann es passieren, dass diese bei Überschreiten des Sättigungsdampfdrucks (der Druck, bei dem ein Dampf zu Flüssigkeit wird) in der Pumpe kondensieren.

Auch nach Beendigung der Anwendung besteht das Risiko der Kondensation: Wird die Vakuumpumpe zu früh abgeschaltet, verbleiben noch warme Dämpfe im System, die nicht vollständig abgepumpt wurden. Diese Dämpfe kühlen ab und kondensieren zu Tropfen.  

Die Folgen reichen von reduzierter Prozessqualität und erhöhtem Wartungsaufwand bis zu Totalausfällen. Risiken, die Sie mit einem richtig eingesetzten Gasballast vermeiden können.

Die Risiken ohne Gasballast

  • Verschlechterung der Vakuumleistung
    Bei Kondensatanfall innerhalb der Pumpe kommt es im laufenden Betrieb zur Rückverdampfung. Hierbei wirkt der entstehende Dampfdruck des jeweiligen Mediums gegen die Vakuumleistung der Pumpe. Das Resultat ist eine signifikante Beeinträchtigung des erreichbaren Endvakuums der Pumpe.
  • Kontaminiertes Öl bei Drehschieberpumpen
    Reste an Kondensat können zu verunreinigtem Öl, geänderten Schmiereigenschaften und Korrosionsschäden führen. Mögliche Folgen: teurer Ölwechsel, aufwändige Entsorgung bis hin zu Totalausfällen.
  • Ventilschäden bei Membranpumpen 
    Kondensattropfen können in den Pumpenköpfen zu mechanischem Verschleiß führen, wenn sie beim Startvorgang mit hoher Geschwindigkeit durch die Pumpkammer „schießen“ und schlimmstenfalls Ventile beschädigen. Außerdem kann Kondensatanfall im Pumpenkopf zu Membranverschleiß aufgrund erhöhter mechanischer Belastung führen. Das Ergebnis: Leistungsverlust beim Vakuum und steigende Wartungskosten.

Was macht der Gasballast eigentlich?

Kurz gesagt: Er lässt kontrolliert Umgebungsluft in die Vakuumpumpe strömen. Diese zusätzliche Luft sorgt dafür, dass der Sättigungsdampfdruck in der Pumpe nicht überschritten wird. Die Dämpfe bleiben gasförmig und werden aus dem System befördert – flüssiges Kondensat entsteht gar nicht erst.

Und sollten doch einmal vereinzelt Kondensattröpfchen durch sehr hohe geförderte Dampflasten entstehen, sorgt der zusätzliche Luftstrom dafür, dass diese sofort aus den Pumpenköpfen „ausgetrieben“ werden.

Vorteile vom Gasballast: 

  • Mehr Prozesssicherheit
  • Längere Standzeiten
  • Weniger Wartung

Wie nutze ich den Gasballast richtig?

Praktische Tipps zum Gasballast für verschiedene Vakuumpumpentypen

  • Wann schalte ich den Gasballast ein?
  • Wie lange soll der Gasballast nachlaufen?
  • Darf der Gasballast dauerhaft geöffnet sein?
  • Verändert der Gasballast das Endvakuum?

Im Folgenden beantworten wir diese häufig gestellten Fragen kompakt und praxisnah.

„Gasballast-Kur“: Einer der effektivsten Tipps – egal ob Drehschieber- oder Membranpumpe – ist der geöffnete Gasballast direkt nach einer feuchten oder dampfhaltigen Anwendung: 

  • Prozess beenden
  • Saugstutzen schließen
  • Gasballast öffnen
  • Je nach Pumpenart bis 30 Minuten weiterlaufen lassen 

Dieser Nachlauf gibt der Pumpe genug Zeit, eventuell angefallenes Kondensat oder Restdampf auszutreiben. So bleibt die Pumpe sauber und trocken, wird geschont und ihre Standzeit verlängert sich.
 

RZ 2.5 Drehschieberpumpe für Laboranwendungen bis zu 0,001 mbar wie Gefriertrocknung oder Schlenk Line

Drehschieberpumpe RZ 2.5

Drehschieberpumpen

  • Gasballast nicht dauerhaft öffnen, um Ölverlust zu vermeiden.
  • Idealerweise am Ende der Anwendung für ca. 30 Minuten öffnen.
  • Besonders wichtig bei Substanzen, die zur Kondensation neigen, z.B. aufgrund eines hohen Siedepunkts. 
PC 3001 VARIO select Chemie-Membranpumpe mit Vakuum-Controller für Laboranwendungen wie Verdampfung oder Trocknung

Chemie-Membranpumpe PC 3001 VARIO select

Membranpumpen

  • Gasballast kann permanent geöffnet bleiben – wenn Sie nicht auf das maximale Endvakuum angewiesen sind. Die zusätzliche Luft in der Pumpe führt zu einer leichten Absenkung der erreichbaren Vakuumleistung.
  • Andernfalls am Ende der Anwendung für ca. 15 – 30 Minuten öffnen.
RC 6 Chemie-Hybrid-Vakuumpumpe, die Membran- und Drehschiebertechnologie für bessere chemische Beständigkeit kombiniert

Chemie-HYBRID-Pumpe RC 6

HYBRID-Pumpen

  • Kombination aus Drehschieberpumpe und Membranpumpe, die den Ölkasten evakuiert.
  • Gasballast ist auf der Membranseite dauerhaft geöffnet, um das Öl der Drehschieberpumpe zu schützen.
  • Drehschieberseite nur gezielt mit Gasballast betreiben, um Ölverlust zu vermeiden. 
     
VACUU·PURE 10C chemiebeständige Schraubenvakuumpumpe für Laboranwendungen bis 0,001 mbar wie Gefriertrocknung oder Schlenk Line

Chemie-Schraubenpumpe VACUU·PURE® 10C

Schraubenpumpe VACUU·PURE®

  • Kein Gasballast notwendig, weil konstruktionsbedingt eine sehr hohe Kondensatverträglichkeit auch bei hohem Dampfanfall besteht.
  • Integrierter Regenerationsmodus ermöglicht ein schnelles Trocknen der Pumpe nach Ende des Prozesses.

Ist die Zuluft über den Gasballast sicher?

Das Einleiten von Umgebungsluft über den Gasballast bringt Sauerstoff ins System. In Kombination mit bestimmten Lösemitteln können je nach Konzentration explosionsfähige Gemische entstehen. Die Lösung: Gasballast über Adapter mit Inertgas (z. B. Stickstoff oder Argon) speisen. Der Effekt bleibt, das Risiko verschwindet.

Fazit: Kleines Feature, großer Nutzen

Der Gasballast ist kein „Zusatz“, sondern ein cleveres Werkzeug, das gezielt eingesetzt werden will. Wer seine Funktionsweise versteht, verlängert die Lebensdauer der Vakuumpumpe, reduziert Wartungskosten und sorgt für zuverlässige Prozesse.

Egal ob Drehschieber-, Membran- oder HYBRID-Pumpe: Das Entscheidende ist nicht das Feature allein – sondern dass Sie es kennen und optimal nutzen. So sichern Sie Effizienz und Sicherheit im Laboralltag.